Mitgefühl

 You could have been anyone. If you were born in a different body in a different place with different genes, everybody you see could have been you. Why not treat them in this light?

 

Du hättest jeder sein können. Wenn Du in einem anderen Körper geboren wärest, an einem anderen Ort mit anderen Genen/Veranlagungen, jeder den Du siehst, hätte Du sein können. Warum sie nicht aus dieser Sicht behandeln?

 

 

Immer wieder, den Tag über, wenn wir andere beurteilen, uns Gedanken über sie machen (freiwillig oder unfreiwillig...) sollten wir uns das ins Gedächtnis rufen.

Es führt zwangsläufig zu weiteren Schlussfolgerungen oder Überlegungen, wie: Kann ich wirklich wissen, wie ich mich in seiner Situation verhalten würde? Kann ich es wirklich für möglich halten, alle Gründe zu kennen, warum jemand handelt, wie er handelt und für was das letztendlich vielleicht auch gut ist? Hat sich derjenige das wirklich ausgesucht, verfügte er über einen freien Willen, so zu (re)agieren?

ebenfalls ohne Wertung wenn möglich :) Hierbei ist es wichtig, sich NICHT dafür zu VERURTEILEN, DASS wir werten. Auch das sind nur Gedanken, Muster und Gefühle-

und auch diese sind wiederum ein Produkt ihres Umfeldes usw.

Was wir uns aber ein stückweit aussuchen können ist, inwieweit wir uns in unseren Gedanken verlieren, ihnen Glauben schenken, uns hereinsteigern in die auftauchenden Emotionen und Ansichten, oder einfach mal ein Stück zurücktreten, die Situation versuchen "objektiv" zu sehen, die schlichten Tatsachen. Und nichts weiter daraus zu machen als das, was es wirklich ist. Wahrhaftig.

DURCH und IN diese Emotionen hineinzugehen, sie zu durchleben genau SO,und sie dann auch wieder gehen zu lassen!

Kein hereinsteigern, kein aufbauschen, kein verdrängen. Das ist keine leichte Sache.

 

Es bedeutet Loslassen zu wollen, keine Geschichte drumherum zu bauen. Ablassen von der süßen Genugtuung "recht" zu haben, besser zu sein. Uns nicht einzureden, dass es unser gutes Recht ist, denjenigen so zu beurteilen oder abzulehnen oder den anderen in eine Schublade von er/sie ist "nunmal so und so" zu stecken.

 

Dann kann man wieder auf den Ausgangpunkt zurück kommen - und Mitgefühl mit dem Anderen haben. Denn wir sehen vielleicht endlich die Tatsachen, ohne uns selbst durch den Anderen und seine Existenz angegriffen zu fühlen, und öffnen uns, können nachempfinden wie es ihm gehen muss und was man tun könnte, um ihm/ihr vielleicht sogar zu helfen.

 

Denn was wissen wir schon?! Wir kennen uns selbst nicht richtig und definieren uns leider zu oft über das, was andere von uns denken - wie SIE uns wiederum beurteilen. Doch jeder hat verschiedene Bilder über andere und die meisten beanspruchen für sich, das "richtige" Bild, die einzig Wahre Meinung zu kennen.

Doch wer hat nun recht?

Was kann eine (konstruierte) Persönlichkeit schon über die andere wirklich wissen ;) ?!